Schmuckschule #3 – Welche Materialien benötige ich? Die Perlen

Wenn ihr das letzte Mal geglaubt habt, dass man nur bei den Basismaterialien den Überblick verlieren kann, dann muss ich euch leider enttäuschen. Wie wir heute sehen werden, hat man auch bei der Auswahl der Perlen die Qual der Wahl. Schaut einfach mal hier bei Dawanda unter Perlen & Steine, welche Materialvielfalt ihr dort angeboten bekommt: Edelsteine, Glasperlen, Glasschliffperlen, Holzperlen, Filz- und Häkelperlen, Lavaperlen, Gesteinsperlen, Kunststoffperlen, Perlmuttperlen, Metallperlen, Porzellanperlen, Wachsperlen, Zuchtperlen, Fimoperlen… Die Liste ist ewig erweiterbar. Doch damit noch nicht genug. Sollen die Perlen einfarbig oder mehrfarbig sein? Welche Form und welche Größe sollen sie haben? Möchte ich verschiedene Materialien kombinieren?

Glasschliffperlen, Glasperlen, MetallperlenBevor man sich wild mit allem zudeckt, sollte man sich zunächst einmal ein paar Gedanken machen. Zum Beispiel darüber, was man selbst für ein Schmucktyp ist. Ich persönlich arbeite gar nicht oder kaum mit Holz-, Filz- und Häkelperlen, Lava-, Gesteins-, Edelstein- und Zuchtperlen, weil das nicht meinem Typ entspricht. Stattdessen verwende ich vorrangig Glas- und Glasschliffperlen, Kunststoff-, Wachs- und Metallperlen, vereinzelt auch mal Perlmuttperlen. Dadurch, dass ihr wisst, was für ein Perlentyp ihr seid, könnt ihr die Auswahl gleich schon mal ein bisschen begrenzen und rennt nicht mehr ganz so planlos herum. ;)

Perlenarmband mit Silber-, Kunststoff-, Metall- und GlasperlenGewicht und Preise der Perlen

Worauf ihr vor allem achten solltet ist das Gewicht der Perlen. Glasperlen sind definitiv schwerer als Kunststoffperlen. Und meine Ohrläppchen werden mich vermutlich irgendwann hassen, wenn ich sie nur mit schweren Perlen belade. ;) Also solltet ihr schauen, dass ihr euch entweder für leichte Perlen oder eine Mischung aus leicht und schwer entscheidet. Möchte ihr doch die schweren Perlen, solltet ihr definitiv die Anzahl begrenzen. Außerdem kommt auch bei den Perlen wieder der Preis ins Spiel. Die Swarovski Kristallperlen sind zum Beispiel (etwas) teurer als ihre Kunststoffalternativen. Die Zuchtperle kostet mehr als die Wachsperlenalternative.

Ohrringe aus crackled Glasperlen, Armband aus KunststoffperlenPerlenkombinationen

Besonders schön finde ich persönlich, wenn man verschiedene Perlen kombiniert. Die Kombination kann über verschiedene Wege stattfinden: Farbe, Größe, Form, Material. Die Fotos, die ihr hier seht, sind teilweise schon etwas älter (entschuldigt bitte daher die Qualität – sie sind aus den Untiefen meines Laptopspeichers herausgekramt worden) und zeigen, wie ich manchmal Perlen miteinander kombiniere. Bei dem blau-türkisen Armband (siehe Bild oben) beispielsweise habe ich verschiedengroße Cateye-Würfel in verschiedenen Blau-, Türkis- und Grüntönen miteinander kombiniert. Bei den braunen und grünen Ohrringen habe ich nur Glasperlen in der Crackled-Optik verwendet, dafür in verschiedenen Formen und Größen. Bei dem lila Armband (siehe unten) seht ihr verschiedene Materialien verarbeitet: Kunststoffperlen in verschiedenen Größen, Farben und Formen, Wachsperlen und matte Metallic-Würfel. Und bei den grünen Ohrringen mit der Muschel sind Glas-, Kunststoff- und Metallperlen zum Einsatz gekommen.

Armband aus Kunststoff-, Metallic- und WachsperlenWie entscheide ich mich am Anfang für die richtigen Perlen?

Stellt euch eine Kette vor, die nur aus gleichgroßen, gleichfarbig hellgrünen glänzenden Perlen besteht. Das wirkt relativ langweilig, oder? (Falls jemand genau auf die Art von Ketten steht: entschuldigt bitte. Das langweilig ist meine persönliche Meinung ;) ). Viel schöner und spannender ist es doch, wenn man verschiedene Größen, Farben bzw. Farbabstufungen, matte und klare Perlen, und Materialien kombinieren kann. Und so werden die Schmuckstücke doch viel eher ein Unikat. Gerade also für Ketten und Armbänder wäre es am Anfang nett, wenn man schon ein paar verschiedene Perlen besitzt, die man kombinieren kann. Meine Empfehlung daher: Beschränkt euch erst einmal auf eine oder zwei Farben, am besten auf eure Lieblingsfarbe oder/und eine Farbe, die ihr sehr oft tragt (vermutlich ist das oft dieselbe Farbe ;)). Kauft dann verschiedene Größen, Farbabstufungen und Materialarten zusammen ein. Beim Einkauf könnt ihr dann die Perlen nämlich nebeneinander halten und sehen, ob diese zueinander passen oder nicht. Welches Material eure Perlen haben sollen, könnt ihr dabei ganz alleine für euch entscheiden. Ich finde dawanda bietet dabei eine gute Möglichkeit, erstmal einen „Überblick“ zu bekommen, was es theoretisch so alles gibt. Wen die Auswahl bei dawanda überfordert, geht lieber in den ortsansässigen Bastelladen, dort ist die Auswahl definitiv schon mal kleiner.

Oder ihr kauft gleich ein Perlenset. Diese gibt’s zum Beispiel bei Idee. Diese Sets bestehen aus verschiedenen Perlen und liefern im Idealfall gleich noch ein bisschen Schmuckdraht, Ohrhaken und Co. mit. Ideal also zum Ausprobieren. Ich selbst habe z.B. dieses grüne Set mit Renaissanceperlen. Es gibt aber auch Kombinationen mit Renaissance- und Glasschliffperlen und mehr. Kleine Plastikbeutel mit einem wilden Perlenmix bekommt ihr natürlich auch im Internet, wie zum Beispiel dieser grüne Mix oder diese bonbonfarbene Mischung bei dawanda. Perlensets vereinfachen es gerade Schmuckanfängern, bei der riesigen Auswahl an Perlen den Überblick zu behalten und eine Perlenkombination zu bekommen, die bestimmt gut aussieht. Außerdem eignen sie sich gut, um erst einmal auszuprobieren ohne gleich zu viel Material einzukaufen. Wer sich dagegen selbst zutraut, Perlen zu kombinieren, kann auf diese Perlensets auch verzichten.

Ohrringe aus Metall-, Glas- und KunststoffperlenEine weitere Alternative statt ganz viele Döschen mit Perlen zu kaufen sind Einzelperlen. Ich habe das z.B. bei Wolle Rödel und bei Idee schon gesehen. Teilweise gibt es auch spezielle Perlenläden, wie z.B. den Perlentaucher in Leipzig oder Perle un Knöpp (auf hochdeutsch: Perlen und Knöpfe ;) ) in Mainz. Dort liegen die Perlen sortiert in kleinen Kästchen und können einzeln herausgenommen werden. Im Perlentaucher in Leipzig und bei Wolle Rödel habe ich das selbst schon gemacht. Dort nimmt man sich einfach eine kleine Schüssel oder ein Perlenbrett mit und kombiniert direkt vor Ort die Perlen miteinander. Die passenden Ohrhaken, Niet- und Kettelstifte bekommt man auch einzeln dazu. Und bei Fragen kann einem das Personal direkt helfen. Im Perlentaucher kann man die Perlen auch dann im Laden schon zu Ketten und Ohrringen verarbeiten. Gerade für Anfänger also super geeignet, um nicht zu viel Material zu kaufen, das man vielleicht nie wieder verwendet. Dafür ist es im Vergleich zu den abgepackten Döschen etwas teurer.

Fazit

Ich bin in diesem Post eher weniger auf die Materialarten eingegangen. Ich hoffe, das stört euch nicht. (Wenn doch, bitte melden ;) ) Es gibt einfach zu viel, um auf alles eingehen zu können, wie man ja bei dawanda sehen kann. Wichtig ist für euch, dass ihr wisst, was für Materialien ihr verarbeiten wollt oder könnt (Stichwort Allergien bei Metallperlen) und was ihr normalerweise so tragt. Eine Idee ist es daher auch mal, einfach euren bisherigen (gekauften) Schmuckbestand genauer zu betrachten. Was sind dort eigentlich für Perlen verarbeitet? Habe ich lieber zierlichen Schmuck oder „schweren“? Das kann schon einigen Aufschluss geben für euren eigenen Schmuck. Oder ihr probiert das komplette Gegenteil, seid mutig und macht mal was mit Materialien, die ihr sonst nie tragt. Und konzentriert euch gerade am Anfang erst einmal auf wenige Farben, die zueinander passen und kauft die Perlen grundsätzlich zusammen ein, damit ihr sichergehen könnt, dass sie zueinander passen.

Welche Perlenarten verwendet ihr am liebsten? Gibt es ein Material, das ihr schon immer mal testen wolltet?
eure Vanessa

5 Gedanken zu “Schmuckschule #3 – Welche Materialien benötige ich? Die Perlen

  1. Ganz toller Artikel! Den hätte ich gut brauchen können, als ich seinerzeit startete. ;)

    Meine Materialvorlieben gehen tatsächlich komplett mit Deinen konform. Generell mag ich es, wenn es funkelt und schimmert. Ich habe vor allem Perlenmixe als wunderbare Möglichkeit erlebt, sich mit verschiedenen Materialien auseinanderzusetzen. Es ist gar nicht so verkehrt, wenn man durch solch einen Mix dazu angehalten wird, mal mit unbekannten Materialien zu arbeiten. Ohne solche Mixe wäre mir schon einiges entgangen. :-)
    (Dabei fällt mir ein, dass ich mal eine entsprechende Rubrik auf meinem Blog öffnen könnte. Perlenkäufe, die sich bewährt haben, oder so. ;-))

    Liebe Grüße,
    Nordmädchen

    • Vielen lieben Dank, liebes Nordmädchen :)
      So ging es mir damals auch, als ich damit angefangen habe. Ich habe mich an Perlen und Co. schrittweise herangewagt, bin über einige Sachen gestolpert und habe zwei, drei Fehlkäufe getätigt.
      Klingt nach einer guten Rubrik. ;) Ich hüpf am Wochenende mal auf deinen Blog und stöber mal :)
      Liebe Grüße und dir ein schönes Wochenende!
      Vanessa

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