Schmuckschule #4 – Wo kaufe ich die Materialien und Werkzeuge?

Ich habe es in den ersten drei Beiträgen eigentlich schon öfters erwähnt, wo ihr Werkzeug und Materialien kaufen könnt. Trotzdem möchte ich hier in diesem Post die verschiedenen Möglichkeiten nochmal sammeln, damit ihr alles auf einen Blick habt, und speziell bei Dawanda ein paar Läden vorstellen, in denen ich schon eingekauft habe.

Der allgemeine Bastelladen vor Ort

Der Bastelladen vor Ort hat den Vorteil, dass er bereits sortiert ist und man gerade am Anfang nicht mit Unmengen an Material überhäuft wird. Andererseits bildet auch genau das den Nachteil: Ich habe bei weitem nicht die riesen Auswahl und kann mich dadurch nicht ganz so frei austoben, wie ich das vielleicht möchte. In Leipzig hatte ich leider auch schon den Fall, dass zwei Wochen lang Biegeringe nicht verfügbar waren, das ärgert dann schon. Außerdem sind die abgepackten Mengen in den Packungen (insbesondere bei Ohrhaken und Co.) kleiner als im Internet. Bastelläden, bei denen ich öfters vorbeischaue sind Idee, Listmann (sitzt in Mainz, Wiesbaden, Koblenz, Aachen) und Das creative Hobby (sitzt laut Webseite in Erfurt, Dresden, Leipzig, Berlin, Pirna, Bautzen). Schaut einfach mal, was es bei euch so gibt an Bastelläden und ob diese eine Schmuckabteilung haben.

Der spezielle Perlenladen vor Ort

Wer mehr Auswahl haben möchte, aber nicht im Internet einkaufen möchte, der schaut am besten in einem speziellen Perlenladen vorbei. In Leipzig gibt es in der Südvorstadt beispielsweise den Perlentaucher, den ich nun schon ein paar Mal erwähnt habe. In Mainz gibt es Perle un Knöpp. In Frankfurt a.M. gab es auch mal einen tollen, aber da habe ich durchs Internet erfahren, dass der leider mittlerweile geschlossen ist. Nachteil dieser Läden ist definitiv der Preis, da besonders speziellere Perlen einfach teurer sind. Dafür sind eure Schmuckstücke hier noch individueller. Auch Wolle Rödel hat teilweise (z.B. in Worms) kleine Perlenabteilungen, in denen ihr aus Einzelperlen eure eigenen Schmuckstücke zusammensuchen könnt.

Einkaufen im Internet

Amazon und Ebay

Wer lieber ins Internet möchte, findet bestimmt auch bei Amazon und Ebay seine Perlen. Ich habe beides jedoch bisher für Schmuck noch nicht verwendet.

Der Bastelladen im Internet

Manche Bastelläden, z.B. Idee und Wolle Rödel, haben auch ihre eigenen Onlineshops. Wer also nicht gerade einen Idee um die Ecke bei sich hat, kann dort also auch bequem von zuhause aus bestellen.

Dawanda

Mein liebster Bezugspunkt – neben den Bastel- und Perlenläden – ist aber dawanda. Dort gibt es einfach eine riesige Auswahl, weil es tausende von Shops gibt. Das kann gerade am Anfang angesichts der riesigen Menge etwas überfordernd sein. Ich habe euch deshalb ein paar Shops verlinkt, in denen ich bisher Perlen eingekauft habe:
Perlenshop, Zauberperlen, Schmuckecke, Beadsvision, EliKunterbunt, Stone-art.

Natürlich wird es neben genannten Webseiten (Ebay, Amazon, Bastelladen im Internet, Dawanda) auch noch mehr Perlenshops geben. Vielleicht entdeckt ihr irgendwo einen Laden, der genau das hat, was ihr wollt – abseits von Dawanda und Co. Hier hilft einfach nur Stöbern und Entdecken. :)

Im nächsten Teil geht es dann um Basics, vom Ösen biegen, Kettenlänge bestimmen bis hin zu Schmuckdrahtenden verarbeiten.

Wo kauft ihr am liebsten euer Material? Habt ihr einen Lieblingsbastelladen? Oder bevorzugt ihr die Bestellung aus dem Internet? Habt ihr einen Geheimtipp? ;)
eure Vanessa

Schmuckschule #3 – Welche Materialien benötige ich? Die Perlen

Wenn ihr das letzte Mal geglaubt habt, dass man nur bei den Basismaterialien den Überblick verlieren kann, dann muss ich euch leider enttäuschen. Wie wir heute sehen werden, hat man auch bei der Auswahl der Perlen die Qual der Wahl. Schaut einfach mal hier bei Dawanda unter Perlen & Steine, welche Materialvielfalt ihr dort angeboten bekommt: Edelsteine, Glasperlen, Glasschliffperlen, Holzperlen, Filz- und Häkelperlen, Lavaperlen, Gesteinsperlen, Kunststoffperlen, Perlmuttperlen, Metallperlen, Porzellanperlen, Wachsperlen, Zuchtperlen, Fimoperlen… Die Liste ist ewig erweiterbar. Doch damit noch nicht genug. Sollen die Perlen einfarbig oder mehrfarbig sein? Welche Form und welche Größe sollen sie haben? Möchte ich verschiedene Materialien kombinieren?

Glasschliffperlen, Glasperlen, MetallperlenBevor man sich wild mit allem zudeckt, sollte man sich zunächst einmal ein paar Gedanken machen. Zum Beispiel darüber, was man selbst für ein Schmucktyp ist. Ich persönlich arbeite gar nicht oder kaum mit Holz-, Filz- und Häkelperlen, Lava-, Gesteins-, Edelstein- und Zuchtperlen, weil das nicht meinem Typ entspricht. Stattdessen verwende ich vorrangig Glas- und Glasschliffperlen, Kunststoff-, Wachs- und Metallperlen, vereinzelt auch mal Perlmuttperlen. Dadurch, dass ihr wisst, was für ein Perlentyp ihr seid, könnt ihr die Auswahl gleich schon mal ein bisschen begrenzen und rennt nicht mehr ganz so planlos herum. ;)

Perlenarmband mit Silber-, Kunststoff-, Metall- und GlasperlenGewicht und Preise der Perlen

Worauf ihr vor allem achten solltet ist das Gewicht der Perlen. Glasperlen sind definitiv schwerer als Kunststoffperlen. Und meine Ohrläppchen werden mich vermutlich irgendwann hassen, wenn ich sie nur mit schweren Perlen belade. ;) Also solltet ihr schauen, dass ihr euch entweder für leichte Perlen oder eine Mischung aus leicht und schwer entscheidet. Möchte ihr doch die schweren Perlen, solltet ihr definitiv die Anzahl begrenzen. Außerdem kommt auch bei den Perlen wieder der Preis ins Spiel. Die Swarovski Kristallperlen sind zum Beispiel (etwas) teurer als ihre Kunststoffalternativen. Die Zuchtperle kostet mehr als die Wachsperlenalternative.

Ohrringe aus crackled Glasperlen, Armband aus KunststoffperlenPerlenkombinationen

Besonders schön finde ich persönlich, wenn man verschiedene Perlen kombiniert. Die Kombination kann über verschiedene Wege stattfinden: Farbe, Größe, Form, Material. Die Fotos, die ihr hier seht, sind teilweise schon etwas älter (entschuldigt bitte daher die Qualität – sie sind aus den Untiefen meines Laptopspeichers herausgekramt worden) und zeigen, wie ich manchmal Perlen miteinander kombiniere. Bei dem blau-türkisen Armband (siehe Bild oben) beispielsweise habe ich verschiedengroße Cateye-Würfel in verschiedenen Blau-, Türkis- und Grüntönen miteinander kombiniert. Bei den braunen und grünen Ohrringen habe ich nur Glasperlen in der Crackled-Optik verwendet, dafür in verschiedenen Formen und Größen. Bei dem lila Armband (siehe unten) seht ihr verschiedene Materialien verarbeitet: Kunststoffperlen in verschiedenen Größen, Farben und Formen, Wachsperlen und matte Metallic-Würfel. Und bei den grünen Ohrringen mit der Muschel sind Glas-, Kunststoff- und Metallperlen zum Einsatz gekommen.

Armband aus Kunststoff-, Metallic- und WachsperlenWie entscheide ich mich am Anfang für die richtigen Perlen?

Stellt euch eine Kette vor, die nur aus gleichgroßen, gleichfarbig hellgrünen glänzenden Perlen besteht. Das wirkt relativ langweilig, oder? (Falls jemand genau auf die Art von Ketten steht: entschuldigt bitte. Das langweilig ist meine persönliche Meinung ;) ). Viel schöner und spannender ist es doch, wenn man verschiedene Größen, Farben bzw. Farbabstufungen, matte und klare Perlen, und Materialien kombinieren kann. Und so werden die Schmuckstücke doch viel eher ein Unikat. Gerade also für Ketten und Armbänder wäre es am Anfang nett, wenn man schon ein paar verschiedene Perlen besitzt, die man kombinieren kann. Meine Empfehlung daher: Beschränkt euch erst einmal auf eine oder zwei Farben, am besten auf eure Lieblingsfarbe oder/und eine Farbe, die ihr sehr oft tragt (vermutlich ist das oft dieselbe Farbe ;)). Kauft dann verschiedene Größen, Farbabstufungen und Materialarten zusammen ein. Beim Einkauf könnt ihr dann die Perlen nämlich nebeneinander halten und sehen, ob diese zueinander passen oder nicht. Welches Material eure Perlen haben sollen, könnt ihr dabei ganz alleine für euch entscheiden. Ich finde dawanda bietet dabei eine gute Möglichkeit, erstmal einen „Überblick“ zu bekommen, was es theoretisch so alles gibt. Wen die Auswahl bei dawanda überfordert, geht lieber in den ortsansässigen Bastelladen, dort ist die Auswahl definitiv schon mal kleiner.

Oder ihr kauft gleich ein Perlenset. Diese gibt’s zum Beispiel bei Idee. Diese Sets bestehen aus verschiedenen Perlen und liefern im Idealfall gleich noch ein bisschen Schmuckdraht, Ohrhaken und Co. mit. Ideal also zum Ausprobieren. Ich selbst habe z.B. dieses grüne Set mit Renaissanceperlen. Es gibt aber auch Kombinationen mit Renaissance- und Glasschliffperlen und mehr. Kleine Plastikbeutel mit einem wilden Perlenmix bekommt ihr natürlich auch im Internet, wie zum Beispiel dieser grüne Mix oder diese bonbonfarbene Mischung bei dawanda. Perlensets vereinfachen es gerade Schmuckanfängern, bei der riesigen Auswahl an Perlen den Überblick zu behalten und eine Perlenkombination zu bekommen, die bestimmt gut aussieht. Außerdem eignen sie sich gut, um erst einmal auszuprobieren ohne gleich zu viel Material einzukaufen. Wer sich dagegen selbst zutraut, Perlen zu kombinieren, kann auf diese Perlensets auch verzichten.

Ohrringe aus Metall-, Glas- und KunststoffperlenEine weitere Alternative statt ganz viele Döschen mit Perlen zu kaufen sind Einzelperlen. Ich habe das z.B. bei Wolle Rödel und bei Idee schon gesehen. Teilweise gibt es auch spezielle Perlenläden, wie z.B. den Perlentaucher in Leipzig oder Perle un Knöpp (auf hochdeutsch: Perlen und Knöpfe ;) ) in Mainz. Dort liegen die Perlen sortiert in kleinen Kästchen und können einzeln herausgenommen werden. Im Perlentaucher in Leipzig und bei Wolle Rödel habe ich das selbst schon gemacht. Dort nimmt man sich einfach eine kleine Schüssel oder ein Perlenbrett mit und kombiniert direkt vor Ort die Perlen miteinander. Die passenden Ohrhaken, Niet- und Kettelstifte bekommt man auch einzeln dazu. Und bei Fragen kann einem das Personal direkt helfen. Im Perlentaucher kann man die Perlen auch dann im Laden schon zu Ketten und Ohrringen verarbeiten. Gerade für Anfänger also super geeignet, um nicht zu viel Material zu kaufen, das man vielleicht nie wieder verwendet. Dafür ist es im Vergleich zu den abgepackten Döschen etwas teurer.

Fazit

Ich bin in diesem Post eher weniger auf die Materialarten eingegangen. Ich hoffe, das stört euch nicht. (Wenn doch, bitte melden ;) ) Es gibt einfach zu viel, um auf alles eingehen zu können, wie man ja bei dawanda sehen kann. Wichtig ist für euch, dass ihr wisst, was für Materialien ihr verarbeiten wollt oder könnt (Stichwort Allergien bei Metallperlen) und was ihr normalerweise so tragt. Eine Idee ist es daher auch mal, einfach euren bisherigen (gekauften) Schmuckbestand genauer zu betrachten. Was sind dort eigentlich für Perlen verarbeitet? Habe ich lieber zierlichen Schmuck oder „schweren“? Das kann schon einigen Aufschluss geben für euren eigenen Schmuck. Oder ihr probiert das komplette Gegenteil, seid mutig und macht mal was mit Materialien, die ihr sonst nie tragt. Und konzentriert euch gerade am Anfang erst einmal auf wenige Farben, die zueinander passen und kauft die Perlen grundsätzlich zusammen ein, damit ihr sichergehen könnt, dass sie zueinander passen.

Welche Perlenarten verwendet ihr am liebsten? Gibt es ein Material, das ihr schon immer mal testen wolltet?
eure Vanessa

Schmuckschule #2 – Welche Materialien benötige ich? Die Basics

Nachdem ihr letztes Mal erfahren habt, was für Werkzeug ihr braucht, geht es heute um ein paar Materialien. Um Ohrringe, Ketten und Co. gestalten zu können, braucht es diverse Basismaterialien, wie Niet- und Kettelstifte, Schmuckdraht, Quetschperlen, Biegeringe, Verschlüsse und Co. Das Problem hierbei: Es gibt tausend verschiedene Möglichkeiten. Zum einen, was die verschiedenen Größen, zum anderen was die Materialien und Farben angeht. Gerade am Anfang kann man hier meiner Meinung nach leicht den Überblick verlieren.

Materialien und Farben

Ich verwende meist einfache Materialien aus Metall. Bei vielen sind Angaben mit dabei, ob sie beispielweise nickelfrei sind. Daneben gibt es aber natürlich auch Nietstifte und Co. in Sterling Silber und anderen Materialien. Hier merkt man sofort die Preisunterschiede. Bei dawanda kosten 30 Nietstifte in Metall (z.B. silberfarben) etwa 1,50 €. Die 30 Nietstifte in 925er Sterling Silber dagegen kosten 16,90 €. Für den Anfang reicht meiner Meinung nach die „Billigvariante“.

Neben der Materialart gibt es noch Unterschiede in der Farbe. Gerade am Anfang habe ich teilweise nicht genau hingeschaut, was jetzt dazu führt, dass ich verschiedenfarbige Kettelstifte besitze. Schaut mal ganz genau auf das Foto mit den Niet- und Kettelstiften: die Kettelstifte oben rechts besitzen einen anderen Farbton als die kurzen Nietstifte links daneben, nicht wahr? Ein weiteres Paar, über das ich am Anfang drüber gestolpert bin, ist Bronze und Kupfer (schaut mal bei dem Ohrhakenfoto, unten rechts ist Kupfer, oben rechts und unten links ist Bronze). Neben den üblichen Silber-, Platin-, Gold- und Kupferfarben, die vermutlich den größten Anteil bilden, gibt es auch Sondervarianten wie schwarz, blau, grün, pink, rot… Ihr seht, ihr könnt euch hier wirklich breit austoben und die wildesten Schmuckteile kreieren. ;)
Ich verwende größtenteils silber- und bronze-, nur gelegentlich gold- und kupferfarbene Materialien. Für den Anfang würde ich silber- oder platinfarben empfehlen, da dies am besten mit den meisten Perlen zu kombinieren ist.

Nietstifte, Kettelstifte

Niet- und Kettelstifte

Niet- und Kettelstifte bilden vor allem für Ohrringe, aber auch für Ketten und Armbänder (insbesondere für Bettelarmbänder) ein wichtiges Utensil. Ich muss noch heute regelmäßig nachgucken, was jetzt was ist, dabei ist es eigentlich einfach zu merken. Nietstifte sind unten abgeschlossen, z.B. durch ein einfaches Plättchen (auf dem Foto die goldenen), eine kleine Kugel (auf dem Foto die bronzenen) oder wesentlich aufwendigere Varianten (guckt z.B. mal hier). Kettelstifte dagegen haben unten eine Öse, so dass man mehrere von ihnen aneinanderketten kann. (hach wieso kam mir diese Eselsbrücke nicht schon früher? :D) Meine kürzesten Niet- und Kettelstifte sind etwa 20mm lang, meine längsten 70mm lang. Hier hängt es davon ab, was ihr mit den Stiften machen wollt. Soll nur eine Perle darauf? Sollen mehrere Perlen aufgefädelt werden? Wie groß ist die Perle, die aufgefädelt wird? Wichtig ist, dass ihr oben noch genügend Platz habt, um eine weitere Öse biegen zu können. Lieber also eine Länge größer nehmen und etwas abknipsen, als später vor seinem Werk zu sitzen und sich zu ärgern, dass die Stifte zu kurz sind. ;)

Schmuckdraht

Schmuckdraht

Bei Schmuckdraht wird zwischen dünnem Draht und dickerem Draht unterschieden. Der dünne Draht (ich verwende meist 0,4 mm) wird für Ketten und Armbänder verwendet, auf die einfach die Perlen aufgezogen und z.B. mit Quetschperlen fixiert werden. Der dicke Draht eignet sich besonders für eigene Kreationen, wenn man eine Form oder Figur biegen möchte, wie ich es beispielsweise bei diesen Tannenbaumohrringen getan habe. Dieser ist beispielsweise 0,8 mm dick. Während der dünne Draht an sich sehr elastisch und biegsam ist, ist dieser hier wesentlich fester und kann in eine Form gebogen werden, die er dann auch beibehält. Diesen dickeren Schmuckdraht gibt es auch in dünneren Varianten (z.B. 0,4 mm). Diese dünnere Variante ist jedoch – meiner Ansicht nach – nur für solche Vorhaben wie den Tannenbaumohrringen zu gebrauchen, ansonsten kann man ihn gerne (wenn man keine Nylonfäden verwendet) für Perlentiere benutzen. ;) Den elastischen Schmuckdraht, den ihr für Armbänder oder Ketten (oder auch mal Ohrringe) braucht, gibt’s meist so abgepackt wie ihr ihn hier auf dem Foto seht, etwa in 2 m Länge. Der dünne Schmuckdraht (für Perlentiere) dagegen ist auf eine Spule aufgezogen.

Schmuckmaterial Ohrhaken

Ohrringhaken

Auch hier habt ihr wieder die Qual der Wahl. Normale Ohrhaken (wie ihr sie oben auf dem Foto seht), Brisuren, einfache Stecker mit Öse, Ohrclips, einfach, aufwendig und und und. Die Ohrhaken, die ihr am meisten in den Geschäften und im Internet bekommt, sind die einfachen Ohrhaken, wie ich sie auch verwende. Ohrringhaken bestelle ich mittlerweile meistens über das Internet, weil ich hier gleich größere Packungen (z.B. 50 Stück) bekomme als in den Bastelläden. Aber für das erste Ausprobieren reicht sicher auch die erste 10er-Packung aus dem nächsten Bastelladen. ;)

Schmuckmaterial

Biegeringe, Quetschperlen, Gliederketten, Verschlüsse und Co.

Weitere Materialien, die ihr unter Umständen benötigt, sind Biegeringe, Quetschperlen, Gliederketten, Verschlüsse… Wie ihr Biegeringe selber machen könnt, habe ich euch hier schon mal gezeigt. Biegeringe sind interessant um z.B. verschiedene Elemente miteinander zu verbinden und als Verschlussgegenstück bei Karabinerverschlüssen. Hier gibt es vorrangig runde und ovale Versionen (oben auf dem Bild die goldenen), auch wieder in verschiedenen Größen.

Quetschperlen (die kleinen unscheinbaren Perlen rechts neben der Gliederkette auf dem Foto) sind kleine Perlen, die ihr mithilfe einer Zange zusammenquetschen könnt, um sie an einer Stelle des Schmuckdrahtes zu fixieren. So können beispielsweise einzelne Perlen an einer bestimmten Stelle positioniert werden. Ich verwende Quetschperlen darüber hinaus am Ende einer Kette, indem ich eine Schlaufe bilde und diese Schlaufe mit der Quetschperle fixiere. In die Schlaufe kann ich dann Biegeringe und Verschlüsse einhängen. (Diese Technik habe ich z.B. bei diesem Armband verwendet).

Wer Bettelarmbänder liebt, wird nicht um Gliederketten herumkommen. Diese bestehen quasi aus vielen aneinandergereihten Beigeringen und eignen sich super, um Perlen, die auf Nietstiften sitzen, daran anzuhängen. Auch hier gibt es sehr verschiedene Varianten, runde Glieder, ovale Glieder,….

Für die Ketten und Armbänder braucht ihr außerdem Verschlüsse. Ich verwende meist einfache Schmuckkarabinerhaken (siehe Foto). Aber auch hier könnt ihr auch bei der ganzen Vielfalt an Varianten austoben: Knebelverschlüsse, Magnetverschlüsse, Druckknopfverschlüsse… Insbesondere bei den Knebelverschlüssen könnt ihr eure Lieblingsvariante wählen: rund, eckig, Herzformen, Blumenformen, abstrakt und so weiter.

Fazit

Gerade bei den „Basismaterialien“ kann man am Anfang leicht den Überblick verlieren. Statt zu viel auf einmal zu holen, entscheidet euch lieber erst für eine Farbe und holt dann das Material, das ihr braucht. Für Ohrringe sind das Ohrhaken, Niet- und Kettelstifte (ggf. Biegeringe, Schmuckdraht und Quetschperlen). Für Ketten sind das Schmuckdraht, Biegeringe, Verschlüsse und Quetschperlen. Für Bettelarmbänder sind Gliederketten, Verschlüsse und Nietstifte wichtig.

Im nächsten Teil werde ich euch Perlen und Anhänger zeigen, also das, was den Schmuck eigentlich ausmacht. ;) Wie sieht es mit euren Basismaterialien aus? Fehlt aus eurer Sicht etwas in meiner Vorstellung? Womit arbeitet ihr am liebsten?
eure Vanessa

P.S.: Die ganzen Links von dawanda wurden wahllos von mir ausgewählt, um euch Beispielbilder der verschiedenen Arten zu zeigen.
P.P.S: Entschuldigt, dass der Beitrag so lang ist :D

Schmuckschule #1 – Welches Werkzeug benötige ich um Schmuck zu gestalten?

Tadaaa, sie ist tatsächlich Wirklichkeit geworden. Oder zumindest der Anfang ist gemacht: meine neue Postreihe zum Thema Schmuck machen. In den kommenden Wochen werdet ihr hier viele Beiträge zum Thema Schmuck machen finden, vom benötigten Werkzeug und Material bis hin zu Techniken und Anleitungen, ggf. Exkurse und vielleicht auch den ein oder anderen Gastbeitrag. Damit ihr das ganze auch alles zusammengepackt findet, gibt es rechts in der Sidebar einen direkten Link zu der Kategorie Schmuckschule.

Vorneweg gesagt wird es hier um Modeschmuck gehen, ich arbeite vorrangig mit Perlen, Schmuckdraht und Co. Gold- oder Silberschmieden werde ich euch hier leider nicht zeigen können, auch wenn mich das vielleicht auch mal reizen würde. Immerhin habe ich während meines Abis zwischenzeitlich überlegt, eine Ausbildung zur Goldschmiedin zu machen. Nachdem ich aber gesehen habe, was man da so verdient in der Ausbildung, habe ich den Gedanken beiseitegelegt. Das Schmuckgestalten habe ich angefangen, kurz nachdem ich selbst meine allerersten Ohrlöcher hatte – die hatte ich nämlich erst so mit 15 kurz vor meinem ersten Tanzschulball :)

So, genug Vorgeplänkel, lasst uns anfangen ;) Bevor wir irgendwas gestalten können, brauchen wir natürlich erst einmal das passende Werkzeug. Und das ist beim Schmuckmachen gar nicht so viel. Ich selbst arbeite bis heute nur mit zwei Zangenarten und Schmuckkleber, mehr habe ich bis heute nicht gebraucht.

Schmuckzange, Rundzange, Kneifzange

Die Zangenarten

Es gibt verschiedene Arten von Zangen, die man für unterschiedliche Sachen benötigt. Ich verwende zwei Zangen: eine Kneif/Knipserzange (oben auf dem Bild rechts) und eine Rundzange (oben auf dem Bild links). Mit der Knipserzange kann ich mit dem hinteren Teil Schmuckdraht und Niet- und Kettelstifte kürzen. Den vorderen geriffelten Teil verwende ich meist dazu, Quetschperlen zusammen zu quetschen. Auf dem Bild unten sieht man noch mal gut den hinteren Teil zum Abknipsen sowie den vorderen geriffelten Teil der Kneifzange. Die Rundzange wird für das Biegen verwendet: Schmuckdraht in Form biegen, Ösen aufbiegen, Ösen zubiegen und so weiter. Bei diesen Ohrringen z.B. habe ich mit Hilfe der Rundzange den Schmuckdraht zurechtgebogen. Bei diesen Blumenohrringen habe ich dagegen Ösen gebogen.

Daneben gibt es Kombizangen, die Knipser und Rundzange vereinen. Die Kombizange hat den Vorteil, dass man nur eine Zange braucht und sich nicht zwei zulegen muss. Ich habe jedoch festgestellt, dass ich manchmal zwei Zangen parallel brauche, um z.B. eine Öse aufzubiegen oder für andere feinere Arbeiten. Da ist es einfach praktischer zwei Zangen zur Hand zu haben. Wenn ihr also mit dem Schmuckmachen anfangen wollt, empfehle ich euch diese zwei Zangen, die ich auch verwende.

Schmuckzange, Rundzange, Kneifzange

Außerdem gibt es weitere Zangen wie Flachzangen, runde Flachzangen, Seitenschneider und mehr. Diese habe ich jedoch ehrlich gesagt noch nicht benutzt, weil ich sie bisher einfach nicht gebraucht habe. Zangen gibt es im gut sortierten Bastelladen oder auch im Internet (amazon, dawanda, ebay, etc.) ab etwa 4 bis 5 €. Teilweise bekommt ihr sogar ganze Dreiersets an Zangen (meist mit Flachzange, Rundzange und Seitenschneider) ab 7 €.

Der Schmuckkleber

Ein weiteres Utensil, das ich vorrangig für meine Cabochon-Ohrringe benötige, ist der Schmuckkleber. Auch diesen sollte es im gut sortierten Bastelladen (in der Schmuckecke) und im Internet geben. Schmuckkleber kostet etwa 4 €. Die Anwendung des Schmuckklebers ist recht einfach: Auf die sauberen Flächen wird der Kleber aufgetragen, kurz abgelüftet und dann werden die Teile zusammengeklebt. Es wird empfohlen, den Schmuckkleber über Nacht trocknen zu lassen. Bei meinen Cabochon-Ohrringen habe ich jedoch schon oft festgestellt, dass ich keine ganze Nacht warten muss, um sie weiterzuverarbeiten. Meist warte ich nur kurz, bevor ich die Cabochons weiterverarbeite.

Schmuckzange, Rundzange, Kneifzange, Schmuckkleber

Weitere Materialien

Darüber hinaus gibt es noch weiteres Werkzeug und Hilfsmaterialien, wie z.B. Perlenbretter um sich das Gestalten von Ketten einfacher zu machen. In diese kann man die Perlen bereits vorher zusammenstellen, um zu sehen, wie die fertige Kette aussieht. Außerdem verhindern sie das Wegrollen der Perlen. Bei Idee gibt’s z.B. eins für 7,99 €. Ich finde jedoch, dass diese unnötig sind, man kann die Länge, die man benötigt, gut selbst abschätzen und wenn man vorsichtig mit den Perlen umgeht, rollt da auch nichts rum. ;) (Auch wenn ich es selbst schon regelmäßig geschafft habe, die Perlen über den Schreibtisch zu verteilen und auf den Boden fallen zu lassen, habe ich bisher nicht das Gefühl, das Perlenbrett zu brauchen). Für kleinere Perlen verwenden manche auch Pinzetten, um die Perlen aufzufädeln. Ich habe das bisher aber auch gut mit meinen Fingern hinbekommen, so dass eine Pinzette bisher nicht nötig war.

Fazit

Ihr seht, um Schmuck selbst zu machen, braucht es nicht viel an Werkzeug. Am wichtigsten sind ein bis zwei Zangen, entweder eine Kombizange oder eine Rund- und eine Knipser/Kneifzange. Den Schmuckkleber benötigt ihr nur für Cabochons oder Ähnliches, wenn ihr z.B. Steine auf einen Ringrohling aufklebt. Man braucht von Anfang an also nicht gleich eine riesengroße Ausrüstung, sondern kann erst mal mit wenig sehr lange auskommen und sich an dem neuen Hobby ausprobieren. ;) Im nächsten Teil wird es dann um die Materialien gehen, von Niet- und Kettelstiften über Schmuckdraht bis hin zu Biegeringen und Quetschperlen.

Was braucht ihr um Schmuck zu machen? Reichen euch auch ein paar wenige Zangen oder habt ihr viel mehr Material? Habe ich etwas aus eurer Sicht Wichtiges vergessen? Ich freue mich auf den Austausch mit euch :)
eure Vanessa