DIY: meine blaue Tasche – eine fast Neverending Story

Heute bekommt ihr ein Projekt zu sehen, was schon sehr lange unfertig im Schrank lag. Und zwar eine selbstgenähte Tasche. Das Schnittmuster habe ich irgendwann mal im Internet entdeckt und fand die Tasche so schön, dass ich sie unbedingt auch mal nähen wollte. Die Stoffe dazu habe ich schon vor über einem Jahr vorgeschnitten, teilweise sogar die Vlieseline schon aufgebügelt. Und dann landete das Projekt erstmal im Schrank in meinem Jugendzimmer im Elternhaus. Dann wanderte es in einer Umzugskiste nach Leipzig. Und schließlich lag es dort in einem Schrank herum, bis ich mir Anfang des Jahres eine eigene Nähmaschine gekauft habe. Da kramte ich die ausgedruckte Anleitung und die vorgeschnittenen Stoffe endlich aus dem Schrank heraus und fing an zu nähen. Nach ungefähr 5 bis 6 Nähten stoppte ich die Nähmaschine dann wieder. Weil ich die Anleitung nicht mehr verstand. Wie ihr wisst, bin ich noch ziemlicher Nähneuling. Ich habe vor dieser Tasche mal zwei Taschen (da war die Anleitung super einfach, trotzdem sah zumindest die erste Tasche noch stark verbesserungswürdig aus (leicht schief, einer der Tragegurte ist schon rausgerissen, was ich verbessern müsste, etc.)) und, ein paar Utensilos (bis auf eines auch verbesserungswürdig) genäht und daher noch nicht so erfahren in Nähanleitungen lesen und verstehen. Und diese Anleitung verstand ich einfach nicht. Also landete sie samt den angefangenen Nähteilen wieder im Schrank und wurde erstmal verdrängt (auch aufgrund von Unistress und Co.).

Während ich meine Hausarbeiten im August schrieb, fiel mir die Tasche dann wieder ein und es wurmte mich, dass ich sie nicht fertigkriegen sollte. Denn die Stoffe gefallen mir super gut, weshalb sie nicht einfach im Schrank verkommen sollten. Außerdem dachte ich mir, dass ich mittlerweile ja ein bisschen mehr Näherfahrung habe (und zwar in Form meines Fernbedienung-Utensilos und der Wimpelkette). Also wurden die Stoffe wieder ausgepackt. Und da ich die Anleitung immer noch nicht komplett verstehe, habe ich einfach improvisiert und die ganzen Stoffteile selbst so zusammengenäht, wie ich dachte, dass es ungefähr passen müsste. Und tadaaaaa. Ich bin mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden. Klar hat auch diese Tasche noch ein paar Schönheitsfehler, aber schließlich ist sie selbstgemacht, da darf das auch sein.

Insgesamt besteht die Tasche aus drei verschiedenen Stoffen: einem schwarzen unifarbenen Stoff, einem blau-grau-weiß-gestreiften Stoff und einem grauen Stoff mit blauen und weißen Blättern darauf. Gefunden habe ich alle Stoffe auf dawanda. Der gestreifte Stoff und der schwarze Stoff sind außen zu sehen. Innen habe ich den schwarzen Stoff sowie den Blätterstoff verwendet. Der Blätterstoff wurde dabei für die Rückseite der Taschenklappe sowie für die kleinen Innentaschen verwendet.

Von der ursprünglichen Anleitung habe ich nur die Teile A, B und D verwendet. Das Seiten/Bodenteil habe ich individuell zugeschnitten nach meiner gewünschten Tiefe der Tasche. Auf den Reißverschluss habe ich komplett verzichtet. Letzten Endes habe ich eigentlich nur Schritte 1 und 2 der Ursprungsanleitung befolgt. Bei Schritt 1 habe ich zunächst den Außen- und den Innenstoff der Rückseite rechts auf rechts an drei Seiten aufeinander genäht (nach oben offen gelassen), dann gewendet und dann an den Innenstoff die Innentaschen genäht.

Bei der Vorderseite habe ich die Innen- und Außenstoffe ebenfalls rechts auf rechts auf drei Seiten aneinandergenäht und durch die offene Seite (dieses Mal unten) gewendet. Das Boden/Seitenteil habe ich ebenfalls rechts auf rechts genäht, dabei den Tragegurt eingearbeitet und durch eine Wendeöffnung gewendet.
Die Rückseite der Tasche habe ich nochmal auf links gedreht und dann diese rechts, unten und links mit dem Boden/Seitenteil vernäht. Die Vorderseite habe ich mit dem Außenstoff rechts auf rechts mit der Außenseite des Bodenteils vernäht (auch wieder rechts, unten, links). Danach müsste die Tasche so aussehen, dass quasi der Innenteil jetzt außen ist und der gestreifte Stoff innen. Dann habe ich das Klappenteil ebenfalls mit dem Außenstoff rechts auf rechts auf den Außenstoff der Rückseite (da wo die Naht noch offen ist) gesteckt und zusammengenäht. Einmal die Tasche umkrempeln, damit innen außen ist und umgekehrt und fertig war die Tasche. Von der Größe kriege ich gut Bücher oder auch Din A4-Blöcke in die Tasche und eignet sich dadurch auch gut dafür, mich mal in die Uni zu begleiten. Derzeit schlage ich die Klappe einfach nur um, eventuell bekommt sie noch einen Knopf und ein Knopfloch angebracht, falls ich mich traue, ein Knopfloch zu nähen. (Die Funktion habe ich zwar schon an meiner Nähmaschine gefunden und an einem kleinen Stoffstück ausprobiert, aber besonders gut sah das noch nicht aus und ich möchte meine doch recht hübsche Tasche nicht kaputtmachen).

Hattet ihr auch schon einmal solche Näherfahrungen, dass ihr eine Anleitung nicht verstanden habt oder andere Probleme? Wie habt ihr das Problem gelöst?
eure Vanessa

Glücklich, dass die Tasche nun endlich fertig ist und dass sie so hübsch geworden ist, geht’s damit zum Creadienstag, zu Taschen und Täschchen im September und zur

art.of.66

12 Gedanken zu “DIY: meine blaue Tasche – eine fast Neverending Story

  1. Solche „never-ending-storys“ sind mein täglicher Begleiter :-). Aber: „Am Ende ist alles gut. Und solange es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“ Alles richtig gemacht also. Alles zu seiner Zeit. Die Tasche sieht wunderschön aus! Wenn du Bücher schleppen möchtest, könntest du überlegen, das Gurtband einmal komplett um die Tasche herum zu nähen, dann gibt das Band nochmal festen Halt für den schweren Inhalt.
    Liebe Grüße
    Anni

    • Vielen Dank, liebe Anni!
      Das wäre eine Idee, aber ich probiere es erstmal so. Ein bisschen verstärkt ist es ja durch die Vlieseline. Und so viele Bücher möchte ich dann parallel glaube ich auch nicht schleppen, dass die Tasche in Gefahr ist.
      lg Vanessa

  2. Liebe Vanessa, du beschreibst sehr gut, wie es wohl jedem geht, wenn er näht. Ich nähe schon jahrelang und produziere immer mal wieder „was zum in die Tonne kloppen“ – vor allem dann, wenn ich mir zuwenig Zeit nehme, was wiederum ein bißchen in meiner Natur liegt.
    Vorschlag statt Knopf und Knopfloch: vielleicht einfach einen Klettverschluß machen, das Knopfloch würde wirklich stören- meine ich zumindest.
    Liebe Grüße, Ingrid

    • Liebe Ingrid,
      das mit dem Zeit nehmen ist wohl auch der Grund, warum ich bisher nicht so aufwendige Sachen genäht habe (allein die Fuddelarbeit bei der Wimpelkette hat mir erstmal gereicht gehabt ;) ) – vielleicht sollte ich mir ab und an gezielter Zeit nehmen (und dann z.B. die Anleitung durchlesen bevor ich auf die Idee komme, diese zu verwenden, damit ich sehe, ob ich sie überhaupt verstehe).
      Auf Klettverschluss bin ich noch gar nicht gekommen. Das könnte eine gute Idee sein. Vielen Dank!
      lg Vanessa

Ich freue mich über deinen Kommentar! :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s