Schmuckschule #4 – Wo kaufe ich die Materialien und Werkzeuge?

Ich habe es in den ersten drei Beiträgen eigentlich schon öfters erwähnt, wo ihr Werkzeug und Materialien kaufen könnt. Trotzdem möchte ich hier in diesem Post die verschiedenen Möglichkeiten nochmal sammeln, damit ihr alles auf einen Blick habt, und speziell bei Dawanda ein paar Läden vorstellen, in denen ich schon eingekauft habe.

Der allgemeine Bastelladen vor Ort

Der Bastelladen vor Ort hat den Vorteil, dass er bereits sortiert ist und man gerade am Anfang nicht mit Unmengen an Material überhäuft wird. Andererseits bildet auch genau das den Nachteil: Ich habe bei weitem nicht die riesen Auswahl und kann mich dadurch nicht ganz so frei austoben, wie ich das vielleicht möchte. In Leipzig hatte ich leider auch schon den Fall, dass zwei Wochen lang Biegeringe nicht verfügbar waren, das ärgert dann schon. Außerdem sind die abgepackten Mengen in den Packungen (insbesondere bei Ohrhaken und Co.) kleiner als im Internet. Bastelläden, bei denen ich öfters vorbeischaue sind Idee, Listmann (sitzt in Mainz, Wiesbaden, Koblenz, Aachen) und Das creative Hobby (sitzt laut Webseite in Erfurt, Dresden, Leipzig, Berlin, Pirna, Bautzen). Schaut einfach mal, was es bei euch so gibt an Bastelläden und ob diese eine Schmuckabteilung haben.

Der spezielle Perlenladen vor Ort

Wer mehr Auswahl haben möchte, aber nicht im Internet einkaufen möchte, der schaut am besten in einem speziellen Perlenladen vorbei. In Leipzig gibt es in der Südvorstadt beispielsweise den Perlentaucher, den ich nun schon ein paar Mal erwähnt habe. In Mainz gibt es Perle un Knöpp. In Frankfurt a.M. gab es auch mal einen tollen, aber da habe ich durchs Internet erfahren, dass der leider mittlerweile geschlossen ist. Nachteil dieser Läden ist definitiv der Preis, da besonders speziellere Perlen einfach teurer sind. Dafür sind eure Schmuckstücke hier noch individueller. Auch Wolle Rödel hat teilweise (z.B. in Worms) kleine Perlenabteilungen, in denen ihr aus Einzelperlen eure eigenen Schmuckstücke zusammensuchen könnt.

Einkaufen im Internet

Amazon und Ebay

Wer lieber ins Internet möchte, findet bestimmt auch bei Amazon und Ebay seine Perlen. Ich habe beides jedoch bisher für Schmuck noch nicht verwendet.

Der Bastelladen im Internet

Manche Bastelläden, z.B. Idee und Wolle Rödel, haben auch ihre eigenen Onlineshops. Wer also nicht gerade einen Idee um die Ecke bei sich hat, kann dort also auch bequem von zuhause aus bestellen.

Dawanda

Mein liebster Bezugspunkt – neben den Bastel- und Perlenläden – ist aber dawanda. Dort gibt es einfach eine riesige Auswahl, weil es tausende von Shops gibt. Das kann gerade am Anfang angesichts der riesigen Menge etwas überfordernd sein. Ich habe euch deshalb ein paar Shops verlinkt, in denen ich bisher Perlen eingekauft habe:
Perlenshop, Zauberperlen, Schmuckecke, Beadsvision, EliKunterbunt, Stone-art.

Natürlich wird es neben genannten Webseiten (Ebay, Amazon, Bastelladen im Internet, Dawanda) auch noch mehr Perlenshops geben. Vielleicht entdeckt ihr irgendwo einen Laden, der genau das hat, was ihr wollt – abseits von Dawanda und Co. Hier hilft einfach nur Stöbern und Entdecken. :)

Im nächsten Teil geht es dann um Basics, vom Ösen biegen, Kettenlänge bestimmen bis hin zu Schmuckdrahtenden verarbeiten.

Wo kauft ihr am liebsten euer Material? Habt ihr einen Lieblingsbastelladen? Oder bevorzugt ihr die Bestellung aus dem Internet? Habt ihr einen Geheimtipp? ;)
eure Vanessa

Schmuckschule #1 – Welches Werkzeug benötige ich um Schmuck zu gestalten?

Tadaaa, sie ist tatsächlich Wirklichkeit geworden. Oder zumindest der Anfang ist gemacht: meine neue Postreihe zum Thema Schmuck machen. In den kommenden Wochen werdet ihr hier viele Beiträge zum Thema Schmuck machen finden, vom benötigten Werkzeug und Material bis hin zu Techniken und Anleitungen, ggf. Exkurse und vielleicht auch den ein oder anderen Gastbeitrag. Damit ihr das ganze auch alles zusammengepackt findet, gibt es rechts in der Sidebar einen direkten Link zu der Kategorie Schmuckschule.

Vorneweg gesagt wird es hier um Modeschmuck gehen, ich arbeite vorrangig mit Perlen, Schmuckdraht und Co. Gold- oder Silberschmieden werde ich euch hier leider nicht zeigen können, auch wenn mich das vielleicht auch mal reizen würde. Immerhin habe ich während meines Abis zwischenzeitlich überlegt, eine Ausbildung zur Goldschmiedin zu machen. Nachdem ich aber gesehen habe, was man da so verdient in der Ausbildung, habe ich den Gedanken beiseitegelegt. Das Schmuckgestalten habe ich angefangen, kurz nachdem ich selbst meine allerersten Ohrlöcher hatte – die hatte ich nämlich erst so mit 15 kurz vor meinem ersten Tanzschulball :)

So, genug Vorgeplänkel, lasst uns anfangen ;) Bevor wir irgendwas gestalten können, brauchen wir natürlich erst einmal das passende Werkzeug. Und das ist beim Schmuckmachen gar nicht so viel. Ich selbst arbeite bis heute nur mit zwei Zangenarten und Schmuckkleber, mehr habe ich bis heute nicht gebraucht.

Schmuckzange, Rundzange, Kneifzange

Die Zangenarten

Es gibt verschiedene Arten von Zangen, die man für unterschiedliche Sachen benötigt. Ich verwende zwei Zangen: eine Kneif/Knipserzange (oben auf dem Bild rechts) und eine Rundzange (oben auf dem Bild links). Mit der Knipserzange kann ich mit dem hinteren Teil Schmuckdraht und Niet- und Kettelstifte kürzen. Den vorderen geriffelten Teil verwende ich meist dazu, Quetschperlen zusammen zu quetschen. Auf dem Bild unten sieht man noch mal gut den hinteren Teil zum Abknipsen sowie den vorderen geriffelten Teil der Kneifzange. Die Rundzange wird für das Biegen verwendet: Schmuckdraht in Form biegen, Ösen aufbiegen, Ösen zubiegen und so weiter. Bei diesen Ohrringen z.B. habe ich mit Hilfe der Rundzange den Schmuckdraht zurechtgebogen. Bei diesen Blumenohrringen habe ich dagegen Ösen gebogen.

Daneben gibt es Kombizangen, die Knipser und Rundzange vereinen. Die Kombizange hat den Vorteil, dass man nur eine Zange braucht und sich nicht zwei zulegen muss. Ich habe jedoch festgestellt, dass ich manchmal zwei Zangen parallel brauche, um z.B. eine Öse aufzubiegen oder für andere feinere Arbeiten. Da ist es einfach praktischer zwei Zangen zur Hand zu haben. Wenn ihr also mit dem Schmuckmachen anfangen wollt, empfehle ich euch diese zwei Zangen, die ich auch verwende.

Schmuckzange, Rundzange, Kneifzange

Außerdem gibt es weitere Zangen wie Flachzangen, runde Flachzangen, Seitenschneider und mehr. Diese habe ich jedoch ehrlich gesagt noch nicht benutzt, weil ich sie bisher einfach nicht gebraucht habe. Zangen gibt es im gut sortierten Bastelladen oder auch im Internet (amazon, dawanda, ebay, etc.) ab etwa 4 bis 5 €. Teilweise bekommt ihr sogar ganze Dreiersets an Zangen (meist mit Flachzange, Rundzange und Seitenschneider) ab 7 €.

Der Schmuckkleber

Ein weiteres Utensil, das ich vorrangig für meine Cabochon-Ohrringe benötige, ist der Schmuckkleber. Auch diesen sollte es im gut sortierten Bastelladen (in der Schmuckecke) und im Internet geben. Schmuckkleber kostet etwa 4 €. Die Anwendung des Schmuckklebers ist recht einfach: Auf die sauberen Flächen wird der Kleber aufgetragen, kurz abgelüftet und dann werden die Teile zusammengeklebt. Es wird empfohlen, den Schmuckkleber über Nacht trocknen zu lassen. Bei meinen Cabochon-Ohrringen habe ich jedoch schon oft festgestellt, dass ich keine ganze Nacht warten muss, um sie weiterzuverarbeiten. Meist warte ich nur kurz, bevor ich die Cabochons weiterverarbeite.

Schmuckzange, Rundzange, Kneifzange, Schmuckkleber

Weitere Materialien

Darüber hinaus gibt es noch weiteres Werkzeug und Hilfsmaterialien, wie z.B. Perlenbretter um sich das Gestalten von Ketten einfacher zu machen. In diese kann man die Perlen bereits vorher zusammenstellen, um zu sehen, wie die fertige Kette aussieht. Außerdem verhindern sie das Wegrollen der Perlen. Bei Idee gibt’s z.B. eins für 7,99 €. Ich finde jedoch, dass diese unnötig sind, man kann die Länge, die man benötigt, gut selbst abschätzen und wenn man vorsichtig mit den Perlen umgeht, rollt da auch nichts rum. ;) (Auch wenn ich es selbst schon regelmäßig geschafft habe, die Perlen über den Schreibtisch zu verteilen und auf den Boden fallen zu lassen, habe ich bisher nicht das Gefühl, das Perlenbrett zu brauchen). Für kleinere Perlen verwenden manche auch Pinzetten, um die Perlen aufzufädeln. Ich habe das bisher aber auch gut mit meinen Fingern hinbekommen, so dass eine Pinzette bisher nicht nötig war.

Fazit

Ihr seht, um Schmuck selbst zu machen, braucht es nicht viel an Werkzeug. Am wichtigsten sind ein bis zwei Zangen, entweder eine Kombizange oder eine Rund- und eine Knipser/Kneifzange. Den Schmuckkleber benötigt ihr nur für Cabochons oder Ähnliches, wenn ihr z.B. Steine auf einen Ringrohling aufklebt. Man braucht von Anfang an also nicht gleich eine riesengroße Ausrüstung, sondern kann erst mal mit wenig sehr lange auskommen und sich an dem neuen Hobby ausprobieren. ;) Im nächsten Teil wird es dann um die Materialien gehen, von Niet- und Kettelstiften über Schmuckdraht bis hin zu Biegeringen und Quetschperlen.

Was braucht ihr um Schmuck zu machen? Reichen euch auch ein paar wenige Zangen oder habt ihr viel mehr Material? Habe ich etwas aus eurer Sicht Wichtiges vergessen? Ich freue mich auf den Austausch mit euch :)
eure Vanessa